Kichenlexikon

In der Kirche gibt es so viele Bergriffe, kennen Sie die eigentlich alle? Was ist z. B. eine Andacht ?

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Abba

Abba ist das familiär gebrauchte aramäische Wort für Vater oder mein Vater. Die Anrede Gottes als Vater ist typisch für Jesu vertraute Gottesbeziehung. In den Evangelien spricht Jesus mehrfacher Gott mit dem Wort Abba an.

Aberglaube

Das Wort leitet sich vom mittel-hochdeutschen Wort abergloube ab und bedeutet in einer falschen Vorstellung verwurzelter Glaube oder trügerische Vorstellung von etwas haben. In unserer Zeit meint es auch Glaube wider besseres Wissen

Abendmahl

In der Nacht vor seiner Kreuzigung aß Jesus von Nazareth mit seinen zwölf Jüngern zu Abend. Während dieses Mahls, deutete Jesus Brot und Wein als seinen Leib und sein Blut. Dadurch zeigte er auf, dass er für seine Jünger und für alle Menschen gelebt hat. Jesus sprach während des Mahles auch von seinem Tod, daher ist dieses Mahl auch ein Zeichen der Verbundenheit Jesu mit seinen Jüngern. Er forderte seine Jünger auf, auch nach seinem Tod immer wieder Brot und Wein gemeinsam zu essen und zu trinken. Im Christentum wird an dieses abendliche Mahl erinnert. Die evangelischen Christen tun dies im so genannten Abendmahl. Wir glauben, dass in dieser Feier Jesus Christus anwesend ist.

Ablass

meint den Erlass zeitlicher Sündenstrafen, aufgrund des Vollbringens guter Taten im 15.Jahrhundert. Hierzu zählten auch Spenden an die Kirchen und Klöster. Dem  “Loskaufen “ von Sünden stellte sich Luther entgegen. Die Auseinandersetzungen um den Ablass und den Stellenwert der Bibel in der Kirche waren mit Anlass für die Reformation.

Absolution

In der Evangelischen Kirche bildet die Absolution den Abschluss und Höhepunkt der Beichte – dem Bußsakrament. Die Sünden werden unter Handauflegung im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes ausschließlich durch den ordinierten Geistlichen nach vorheriger Reue und Bußgebet durch den Beichtender vergeben. Die Absolution kann sich entweder als Privat- oder Einzelbeichte vor einem Pfarrer beispielsweise in der Sakristei ereignen oder aber in der Allgemeinen Beichte in einem Bußgottesdienst. Grundsätzlich wird die Beichte aber nur von einem ordinierten Geistlichen abgenommen. Nach lutherischem Verständnis folgt aus der Beichte, das Leben zu bessern und von der Sünde zu lassen.

Abt

Der Abt ist der Vorsteher eines Klosters, der in der Regel von den stimmberechtigten Mönchen gewählt wird Frauenklöstern steht entsprechend eine Äbtissin vor. Im Zuge der Reformation behielten die evangelischen Äbte der reformierten Klöster zunächst die Amtsbezeichnung Abt bei. Im Laufe der Zeit setzten sich dann andere Bezeichnungen durch, so hießen Klostervorsteher bald nur noch Prälaten. Doch gibt es auch heute noch evangelische Konvente, deren Obere den Titel Abt bzw. Äbtissin tragen. Ein streng  reguliertes Leben wie katholische Klöster führen diese Gemeinschaften jedoch nicht.

Abraham

ist der Erzvater des Judentums sowie des Christentums und auch des Islam. Abraham wurde von Gott zum Stammvater des israelischen Volkes berufen. Sein Glaube gilt als Vorbild für jedes Vertrauen auf Gott.

AC

diese Abkürzung steht für ante Christum natum.Gemeint ist damit die Zeitrechnung vor Christi Geburt.
Manchmal wird daraus auch BC, aus dem englischen Before Christ, „vor Christus“.

AD

ist die Abkürzung für anno Domini. Dieser lateinische Begriff bedeutet „im Jahre des Herrn“.
Vollständig heißt es Anno Domini Nostri Iesu Christi („im Jahre unseres Herrn Jesus Christus“).
Es handelt sich um die Jahresnummerierung unserer christlichen Zeitrechnung, die ihren Ursprung im Julianischen Kalender hat.

Adam und Eva

Adam und Eva sind die Namen des ersten Menschenpaares. Im ersten Buch, Genesis, berichtet die Bibel von der Erschaffung der Welt und den ersten Menschen. Von Adam ( hebr. „Der aus Erde Geschaffene“) und Eva ( hebr. „Die Lebendige“) stammen danach alle Menschen ab. Die Verfasser der Bibel wollten mit der Darstellung, der Erschaffung der Welt des Menschen und der anschließenden Vertreibung aus dem Paradies die Bedingungen des Menschseins theologisch erklären.

Adonai

kommt aus dem hebräischen und hat die Bedeutung (Herr), Königstitel im Orient. Anstelle des Gottesnamens wird im AT auch Adonai gebraucht, da der Name nicht ausgesprochen werden durfte.

Advent

(von lat. adventus „Ankunft“) bezeichnet die Jahreszeit, in der sich die Christen auf die Ankunft des Herrn vorbereiten. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt auch das neue Kirchenjahr. Der Advent ist die Vorbereitungszeit auf das Fest der Geburt Jesu.

Agape

Agape bedeutet „Liebesmahl“. Zu Beginn der Christenheit bezeichnet Agape das Abendmahl Allerdings war dieses Abendmahl auch eine richtige Mahlzeit, bei der sich arme Gemeindemitglieder aufgrund der Gaben der reicheren Mitglieder satt essen konnten. Die Agape ist seitdem eine nach dem Gottesdienst stattfindende Mahlzeit, die insbesondere für Notleidende gehalten wurde. Zumeist fanden diese Agapen in der Osterzeit statt.

Agende

Als Agende wird in den evangelischen Kirchen das Buch bezeichnet, in welchen die feststehenden und wechselnden Stücke des regulären Gottesdienstes sowie der Amtshandlungen aufgeführt sind. Eine Agende enthält also neben Liturgiemodellen, die den historisch gewachsenen Gottesdienstablauf und seine Gestaltungsvarianten darstellt, die nach jedem Sonn- und Feiertag im Kirchenjahr ausgerichteten Gebete und Texte. Dem Wortlaut folgend ist eine Agende (von lat. agere) das, was zu tun ist.

Agnus Dei

Lat. Lamm Gottes ist ein seit ältester Zeit im Christentum verbreitetes Symbol für Jesus Christus. Als Osterlamm, gekennzeichnet mit der Siegesfahne, ist es ein Symbol für die Auferstehung Jesu Christi. Mit Agnus Dei wird außerdem ein Bestandteil der christlichen Liturgie bezeichnet.

Allerheiligen

Ist der Gedenktag der Heiligen in der lutherischen Kirche und wird auch in weiteren protestantischen Kirchen gefeiert. An Allerheiligen wird aller Heiligen gedacht, auch solcher, die nicht heilig gesprochen wurden.

Altar

Der Altar nimmt eine zentrale Stellung ein, da dort das Abendmahl eingesetzt wird und hier Christi wahrer Leib und sein wahres Blut zur Vergebung der Sünden empfangen wird. Der Altar, auf dem die Bibel liegt und oft Kerzen und ein Kreuz stehen, wird zu einem Ort, an dem die Gegenwart Gottes besonders deutlich ist. Dies kommt bei der Feier des Abendmahls zum Ausdruck, wenn die Abendmahlsgeräte (Hostienteller, der Kelch und die Weinkanne) auf dem Altar stehen.

Amen

kommt aus der hebräischen Sprache und heißt “ So sei es”. In jüdischen Synagogen wurde diese Bestätigung benutzt. Über das griechische und das Kirchelatein wanderte diese Formelin das Althochdeutsche ein. Muslimische Gläubige beenden ihre Gebete ebenfalls mit Amen.

Amt

Das Amt ist ein Organ, das für eine Gemeinschaft und in deren Interesse tätig wird. Deshalb stehen kirchliche Amtsträger im Dienst ihrer Kirche bzw. ihrer Glaubensgemeinschaft. In Israel und in Judäa, zurzeit Jesu, hat es schon Ämter gegeben, dies ist im Alten Testament belegt. Die Amtsauffassung ist in der katholischen Kirche, der orthodoxen Kirche und den reformatorischen Kirchen unterschiedlich.

Andacht

Die Andacht beabsichtigt ein Konzentrieren, Bedenken, Meditieren. Auch Hören, Anbeten und Bitten charakterisieren eine Andacht. Darum kann eine Andacht allein geübt werden und im Privathaus stattfinden oder gemeinschaftlich im Kirchengebäude. Gemeinschaftlich geübte Andachten greifen Glaubenssymbole (z.B. den Kreuzweg), liturgische Festzeiten, religiöses Brauchtum oder Krisenmomente (z.B. Friedensgebete) auf. Die gemeinschaftliche Andacht wird als gottesdienstliche Versammlung angesehen und gilt als Liturgie. Entstanden sind Andachten, weil sich Christen Versammlungszeiten geschaffen haben. Während Ordensleute und Priester Stundengebet hielten, kamen Laien zu Andachten zusammen. Diese Praxis entstand im Mittelalter.

Andreaskreuz

X-förmig übereinander gelegte Balken werden als Andreaskreuz bezeichnet. Dieser Name entstand, weil der im Neuen Testament oft genannte Andreas am 30. November 60 an einem X-förmigen Kreuz hingerichtet wurde. Zuvor soll er als Glaubensverkünder tätig gewesen sein. Als Verkehrszeichen wird in Deutschland ein „Andreaskreuz“ vor unbeschrankten Bahnübergängen eingesetzt.

Anglikanisch

Mit anglikanisch bezeichnet man alle Kirchen und deren Glauben, die mit dem Erzbischof von Canterbury (GB) in Gemeinschaft stehen. Dieser wird als Oberhaupt und Zentrum der Einheit der insgesamt ca. 70 Millionen anglikanischen Gläubigen in 164 Ländern der Erde anerkannt. Die Kirche von England als Ausgangspunkt aller anglikanischen Kirchen wurde Anfang des 16. Jahrhundert von Heinrich VIII. gegründet. Die englische Königin ist das Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche von England. („Church oft England“).

Apokalypse

Apokalypse (griech. „Offenbarung, Enthüllung“) bedeutet einerseits im biblischen Zusammenhang die Offenbarung der letzten Geheimnisse Gottes. Anderseits ist die Apokalypse das letzte Buch des Neuen Testaments. Der Verfasser zeichnet das Bild des nahenden Gottesreiches in drohenden und tröstenden Szenarien.

Apostel

Ein Apostel (männlich, von griech.: apóstolos bzw. aramäisch: saliah = Gesandter, Sendbote) ist im Verständnis der christlichen Tradition jemand, der von Jesus Christus direkt als „Gesandter“ beauftragt worden ist. Es ist die Bezeichnung für den engsten Kreis der Jünger Jesu, die durch ihn zur Verkündigung des Evangeliums berufen wurden.

Arche

Nach dem Alten Testament war die Arche ein großes, kastenartiges Schiff. Noah rettete sich in der Arche mit seiner ganzen Familie und Tierpaaren der verschiedenen Gattungen darin vor der Sintflut. Das Bild von der Arche entwickelte sich zum Sinnbild der Kirche.

Auferstehung

Die Auferstehung Jesu Christ steht in der Mitte des christlichen Glaubens. Die Entdeckung des leeren Grabes und die Erscheinung Jesu nach dem Tod bei seinen Jüngern, so die Interpretation, sind die nicht zu bestreitenden Grundlagen des christlichen Auferstehungsglaubens. Aus dem Glauben an die Auferstehung Jesu, entstand auf der Basis jüdischer Überzeugung, der Glaube an die Auferstehung aller Toten. Durch die Taufe haben alle Christen Anteil an einem neuen Leben, das über den Tod hinaus in Gottes Ewigkeit reicht.

Bann

Wegen eines schweren Verstoßes gegen die Kirchenordnung kann ein Mitglied der Kirche von kirchlichen Rechten ausgeschlosssen werden. Es kann die Amtsausübung, Lehrtätigkeit oder die Teilnahme an den Sakramenten verweigert werden. Nicht die Trennung von der Kirche ist das Ziel, sondern die Umkehr und Buße soll erreicht werden.1520 wurde Martin Luther wegen Ketzerei mit dem Kirchenbann belegt.

Baptisten

Diese Christen-Gemeinschaft gehört zu den kirchlichen Bewegungen, die nach der Reformation zu Beginn des 17. Jahrhundert in England entstanden. Sie gelten als sogenannte Freikirche, weil sie frei sein wollen von staatlichen Regelungen und Einflussnahmen. Sie lehnen die Kindertaufe ab und taufen nur Gläubige die sich selbst zu ihrem Glauben bekennen.

Baptisterium

Taufort, der im Frühmittelalter vom eigentlichen Kirchenbau abgetrennt war, sich aber stets in unmittelbarer Nähe befand, also als abgeteilter Raum, Anbau oder in einer Distanz von maximal     25 m.

Barmer Erklärung

Im Mai 1934 wandten sich evangelische Christen mit der Barmer Theologischen Erklärung gegen die nationalsozialistische Reichskirche der Deutschen Christen. Mit der Begründung, die Reichskirchenregierung verstoße gegen Schrift und Glaubensbekenntnis der evangelischen Kirche, erklärten sich die Unterzeichner als Bekennende Kirche zur alleinigen legitimen evangelischen Kirche in Deutschland. Für die evangelischen Kirchenverfassungen ist die Barmer Erklärung bis heute verpflichtendes Bekenntnis. 

Barmherzigkeit

Der althochdeutsche Begriff armherzi = ein Herz für die Armen haben , ist der Ursprung dieses Wortes. Barmherzigkeit ist eine der christlichen Grundtugenden und bedeutet die Haltung, sich einem anderen gegenüber großherzig und freundlich zu erweisen.

Beerdigung/ Begräbnis

Die Grablegung eines Toten in die Erde nennt man Beerdigung oder Begräbnis. In der kirchlichen Beerdigung vertraut die Gemeinde ihren Verstorbenen dem lebendigen Gott an. Der Glaube an Tod und Auferstehung Jesu Christi ist das Fundament jeder kirchlichen Beerdigung. Es kann eine Erd-      und Feuerbestattung des Leichnams oder eine Urnenbestattung sein.

Beichte

Das Bereuen und Bekennen von Verfehlungen gegen die göttliche Ordnung gegenüb einem  Priester sind Teile der christlichen Bußpraxis. An die Stelle der Einzelbeichte mit Handauflegung ist in den Gottesdiensten der Lutherischen Landeskirchen seit dem „Berliner Beichtstuhlstreit“ (1698), vielfach die „Allgemeine Beichte“, die gemeinsame Bitte um Vergebung getreten oder spezielle Buß- und Beichtgottesdienste. In vielen evangelischen Kirchen ist ein Sündenbekenntnis mit Zuspruch der göttlichen Vergebung der Sünde Teil der evangelischen Liturgie des Abendmahls. Es kann aber auch ein Einzelgespräch mit einem Seelsorger stattfinden. Dieses Gespräch ist absolut vertraulich, d.h. der Seelsorger darf mit niemand anderem darüber sprechen. Dies nennt man Beichtgeheimnis.

Bergpredigt

Die Bergpredigt ist eine überlieferte Rede Jesus von Nazaret, die in der Bibel im NT im Matthäusevangelium zu finden ist. Sie schildert den Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu und richtet sich an das damals aus allen Teilen Israels zusammengeströmte Volk. Ihnen legt Jesus den in der Tora offenbarten Willen Gottes aus.

Bibel

Die Bibel ist eine Sammlung von 66 Büchern. Sie ist in etwa 1200 Jahren entstanden. Sie besteht aus dem AT= Altes Testament und dem NT= Neuem Testament. Beide Teile bilden die Heilige Schrift. Für Christen aller Länder ist sie ein Zeugnis glaubender Menschen, die die Offenbarung Gottes bewahr,wiedergibt und weitergibt.

Bischof

In den lutherischen Landeskirchen sowohl in Deutschland, als auch in Nordeuropa, gibt es das Amt des Bischofs der für eine Region oder eine Landeskirche zuständig ist. Er hat gegenüber den Pfarrern der Ortsgemeinden eine Leitungsfunktion. Dieses Amt wird meist als Bischof bezeichnet, daneben ist die Bezeichnung Landesbischof verbreitet. Die Funktion wird nicht als höherer geistlicher Rang, sondern als eine Art Pfarrer im Kirchenleitenden Dienst gesehen. Es gibt keine dem Bischof vorbehaltenen Sakramente. Evangelisch-Lutherische Amtsinhaber werden in der Regel von der Synode (Kirchenparlament) für eine bestimmte Zeit oder auf Lebenszeit ge -wählt. Das Amt kann sowohl von Männern als auch von Frauen ausgeübt werden.

Bonhoeffer, Dietrich

deutscher Theologe, äußerte sich bereits 1933 kritisch zur Machtergreifung des NS-Regimes. Durch Beziehungen und Kontakten zur z.B. Anglikanischen Kirche, arbeitete er an Umsturzplänen gegen Hitler mit. Er wurde 1943 verhaftet un inhaftiert. In seiner Haftzeit enstanden Briefe, die bis heute Menschen ermutigen zu eigenem Denken und zu Neuaufbrüchen im Glauben.

Buße

bedeutet, die Umkehr des Menschen zu Gott, von dem er sich durch die Sünde entfernt hat

Choral

der Begriff kommt aus dem lateinischen.Cantus choralis bedeutet “Gesang der Gemeinschaft” und war ursprünglich der einstimmige Gesang des liturgischen Chores im Gottesdienst. Ab dem 18. Jahrhundert wird das klassische Kirchenlied insgesamt mit Melodie und Text als Choral verstanden. Heute wird der Begriff auch für Musikstücke benutzt, die eine Kirchenliedmeldie musikalisch gestalten.

Christbaum

Der Christbaum ist als Weihnachtssymbol seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Er sollte an den Paradiesbaum erinnern. Es verbindet sich die Symbolik des Baumes mit dem des Lichtes. Aus den USA stammt der Brauch, den Christbaum überall auf öffentlichen Plätzen aufzustellen.

Christenlehre

Sonntags wurde in den Kirchengemeinden eine Unterweisung in die Hauptinhalte des Glaubens gemacht. Zumeist richtete sich die Christenlehre an Kinder und Jugendliche. Die Unterweisung gab es seit dem Mittelalter. In der DDR gab es die Christenlehre für Grundschüler.

Christentum

Hiermit bezeichnet man die sich auf Jesus Christus beziehende Religion. Mit derzeit ca. 1,8 Milliarden Gläubigen ist es die größte Weltreligion. Es umfasst eine unübersehbare inhaltliche und organisatorische Vielfalt von Kirchen, christlichen Gruppen und Sekten.

Christus

Die ersten Christen gaben Jesus Namen und auch Titel um auszudrücken, welche Bedeutung er für sie hat >der gesalbte Gottes<. Jesus, ist nach dem Neuen Testament der von Gott zur Erlösung aller Menschen gesandte Messias und Sohn Gottes. Christi Himmelfahrt Christi Himmelfahrt bezeichnet im christlichen Glauben die Rückkehr Jesu Christi als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel. Am 40. Tag des Osterfestkreises, also 39 Tage nach dem Ostersonntag, gefeiert. Deshalb fällt das Fest immer auf einen Donnerstag. Der frühste Termin ist der 30. April; der späteste Termin der 3. Juni.

Credo

die Übersetzung bedeutet “ich glaube”.In der lat. Sprache beginnen die Glaubensbekenntnis mit credo. Daher wurde diese Formulierung zum Eigennamen des Glaubensbekenntnis.

Dämon

Schon zur Zeit des Alten Testamentes hielt man Dämonen für gute oder böse Halbgötter, die gegen Gott arbeiten und die Menschen versklaven.Im Neuen Testament wird des öfteren erzählt, das Jesus Menschen aus den Leiden der Dämonen befreit.

David

Ein König Israels um 1000 v. Chr., unter seiner Herrschaft erreichte Israel den Höhepunkt seiner Macht. Er machte Jerusalem zur Hauptstadt. Aber esrt sein Sohn Salomo baute den ersten Tempel zu Ehren Gottes.

Davidstern

Der sechseckige Davidstern bildet sich durch zwei übereinanderliegenden Dreiecken. Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich dieses Symbol zum Glaubenzeichen der Juden. Im Dritten Reich mussten alle Juden den gelben Stern mit der Aufschrift Jude als Erkennungszeichen tragen. Den Davidstern findet man seit 1948 in der Flagge Israels.

Diakonie

Jesus wandte sich mit seiner Botschaft besonders Kranken, Armen und Ausgestoßenen zu. Diakonie bedeutet, der christliche Dienst an und mit Armen und Schwachen der Gesellschaft. Es ist auch der Name der Sozialorganisation der evangelischen Kirchen.

Diakon

Er oder Sie bekleidet ein geistliches Amt innerhalb der Kirche. Seine Aufgaben umfassen, wie die der anderen geistlichen Ämter, auch Verkündigung und Gottesdienst. Die Diakone waren ursprünglich Gehilfen der Apostel zur Verwaltung des gemeinsamen Vermögens und zur Leitung der gemeinsamen Mahlzeiten. In der ev. Kirche übernehmen Diakone Aufgaben in der Sozialfürsorge, der Bildung, der Mission und der Verwaltung.

Diakonisse

Eine Frau, die in einer evangelischen, verbindlichen Lebens- und Glaubensgemeinschaft lebt. Sie verpflichtet sich zu einfachem Lebensstil, Ehelosigkeit und Gehorsam. Diakonissen werden in einem Einsegnungsgottesdienst unter Handauflegung gesegnet. Sie tragen eine Tracht, die meist aus einem dunkelblauen, grauen oder schwarzen Kleid, einer Schürze und einer weißen Haube oder einem weißen Schleier besteht. Einzelne Schwesternschaften haben heute die Frage nach der Tracht unterschiedlich geregelt. Im 19. Jahrhundert war vielen Frauen neben der religiösen Motivation auch die Sicherung ihres Lebensunterhalts ein Motiv. Heute tritt diese Motivation jedoch in den Hintergrund.

Deutscher Orden

Dieser Orden wurde als Ritterorden 1190 für den 3. Kreuzzug gegründet. Es gab Ritterpriester, Brüder und auch Schwestern, die straff organisiert waren. Mit Ländereien und Besitztümern wurden die Ordensritter für ihre Leistungen belohnt. Danach richtete der Orden sein Interesse auf die Christianisierung des Ostens. Eine bekannte Ordensburg des Deutschen Ordens war die Marienburg in Westpreußen.

Dogma

Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „das, was als richtig erschienen ist“. Hier wird festgehalten, was Inhalt des Glaubens ist. Es wird eine wesentliche Lehraussage und eine Definition von Glaubensinhalten formuliert. Die verschiedenen Kirchen halten an verschiedenen Dogmen fest.

Dreifaltigkeit

Bezeichnet in der christlichen Theologie, die Einheit von Gott Vater, Gott Sohn (Jesus Christus) und Gott Heiliger Geist. Sie werden als drei Personen aber nicht als drei Substanzen aufgefasst. Mit dem christlichen Glauben an die Dreifaltigkeit Gottes entstand ein jahrtausendelanges Ringen um Fragen nach der Beziehung, sowie um die Göttlichkeit der drei Personen

Ehe

Im Christentum bedeutet Ehe die ganzheitliche Lebensgemeinschaft von Frau und Mann; Es ist die allgemeine Bezeichnung für die Form des dauerhaften Zusammenlebens zweier Menschen. Unter Getauften ist die Ehe Sakrament. Wesenseigenschaften der Ehe sind Einheit und Unauflöslichkeit. Die Eheschließung wird Trauung genannt.

EKD

Ist die Kurzform für Evangelische Kirche in Deutschland und wurde 1948 gegründet. 1969 wurde die evangelische Kirche auf die Bundesrepublik begrenzt und 1991 auf das vereinigte Deutschland ausgeweitet. Dies ist ein Zusammenschluss lutherischer, unierter und reformierter Kirchen. Es handelt sich insgesamt um 24 selbständige Gliedkirchen.

Engel

Ist die Bezeichnung für ein außerirdisches, meist menschenähnliches Wesen, um im Auftrag Gottes in das Menschenleben einzugreifen. An der Spitze der Hierarchie stehen die Erzengel Gabriel, Michael und Raphael. Schutzengel nennt man die einer Person zugedachten Engel. Unter dem Namen Luzifer ist uns der Teufel bekannt, bevor er in die Hölle stürzte.

Epiphanie/Epiphanias

Der Begriff kommt aus dem griechischen und meint Offenbarung/Glanzvolle Erscheinung. Wir feiern es heute als Dreikönigsfest am 6. Januar. Zuerst wurde dieses Fest in Ägypten gefeiert. Es ist einerseits mit der Anbetung der 3 Weisen aus dem Morgenland verbunden, andererseits aber auch mit den Erzählungen um die Taufe Jesu.

Erlösung

Nach christlichem Verständnis ist der Mensch in seine Schuld verstrickt. Er kann sich nicht selbst aus der Abhängigkeit von dem, was ihn bestimmt, befreien. Die Jünger Jesu entdeckten, als sie den Auferstandenen trafen, dass die Wege Gottes mit dem Tod nicht enden. Jesus der durch den Tod ging wurde so zum Vermittler. Er eröffnet den Menschen einen Neuanfang mit Gott und dieser erlöst die Menschheit und kauft sie praktisch frei.

Euthanasie

Im Altertum nannte man die Hilfe zu einem sanften und schnellen Tod Euthanasie. Aufgrund der Nationalsozialistischen Verbrechen wird heute im deutschen Sprachraum der eindeutigere Begriff „Sterbehilfe“ genutzt. In der Kirche ist die aktive Sterbehilfe durch direkte Tötung eines Sterbenden auf seinen eigenen Wunsch hin ausgeschlossen. Die passive Sterbehilfe als Behandlungsverzicht einer sinnlos gewordenen medizinischen Behandlung wird unter bestimmten Bedingungen moraltheologisch akzeptiert.

Evangelium

Bedeutet die gute Botschaft und kommt aus dem Griechischen. Zunächst begann man einzelne Worte und Begebenheiten Jesu zu sammeln, dann entwickelte sich eine literarische Gattung. In den ersten Gemeinden war es ein Sammelbegriff für die gute Nachricht, die durch Christus den Menschen geschah. Die vier großen Evangelien sind von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes überliefert. Eine Lesung am Sonntag stammt aus einem der Evangelien.

Evangelisch

Bezieht sich auf die Botschaft des Neuen Testaments, das heißt „dem Evangelium gemäß“ und übereinstimmend mit der Botschaft Jesu Christi. Daher nannten einige Theologen der Reformation ihre Theologie „evangelisch“: Sie sahen das Evangelium als Basis ihrer Theologie. So entwickelte sich das Wort „evangelisch“ als Name für die protestantischen Kirchen. Seit dem 19. Jahrhundert spricht man offiziell von der „Evangelischen Kirche“.

Ewigkeit

Erklärt sich aus dem mittelhochdeutschen Begriff , von Lebenszeit zu Lebenszeit. Eine unermesslich lange Zeit, eine für Menschen nicht fassbare Dimension ohne Anfang und Ende.

Exegese

Exegese ist die Wissenschaft von der Auslegung der Bibel. Wissenschaftliche Methoden der Philologie, Bibelkritik und der biblischen Zeitgeschichte finden ihre Anwendung. Um möglichst genaue Deutungen und Übersetzungen der Texte zu ermöglichen, werden archäologische, historische und geographische Erkenntnisse herangezogen

Exequien

Nennt man Bräuche und Riten, die zur Beisetzung eines Toten gehören. Hierzu gehören die Toten- oder Auferstehungsmessen sowie die Begräbnisfeier.

Exerzitien

Der Begriff kommt aus dem lateinischen ist ein abgeleiteter Begriff für geistliche Übungen. Es werden nach bestimmten Methoden durchgeführte Betrachtungen zur religiösen Wahrheit angestrebt. In Exerzitienhäusern kann man unter Anleitung mehrtägige Exerzitien durchführen.

Exkommunikation

Die Exkommunikation hat den Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft zur Folge.

Fastenzeit

Oder Passionszeit wird der Zeitraum der sieben Wochen vor Ostern bezeichnet. Wir werden an das 40-tägige Fasten Jesu Christi, als Vorbereitung für sein öffentliches Wirken, erinnert. Anfangs steht der Aschermittwoch der zugleich das Ende der Karnevalszeit darstellt. In den reformatorischen Kirchen ist eher die Bezeichnung Passionszeit gebräuchlich. Der Verzicht von Fleischspeisen und von Tanzveranstaltungen wurde im Laufe des 20. Jahrhundert stark aufgelockert. Das Fasten wird heutzutage als Verzicht auf Annehmlichkeiten verstanden und ist in verschiedenen Konfessionen in unterschiedlichem Maße üblich. Fastenzeiten gibt es auch in anderen Religionen.

Fegefeuer

Im Mittelalter ist die Vorstellung von einem Feuer, das man nach dem Tod durchschreiten muss stark verbreitet. Der Gläubige soll von seinen im Leben begangenen Sünden gereinigt werden.

Feiertag

Hier verbindet sich das christliche Erbe mit dem menschlichen Bedürfnis nach Pausen vom Alltag. Das religiöse und kulturelle Gedächtnis der Kirche wird damit ausgedrückt. In der Feiertagsgestaltung erinnert sich die Gemeinde an bestimmte Ereignisse aus dem Leben und Sterben Jesu.

Franziskaner

Werden auch Minoriten genannt. 1223 wurde der Orden von Franz von Assisi gegründet. Das besondere Kennzeichen der Franziskaner ist die Ablehnung von Besitz. Die Hauptaufgaben des Ordens liegen in der Seelsorge, der Mission, der Schule und der Wissenschaft. Ihre Ordenstracht besteht aus einer braunen Wollkutte mit Kapuze und Sandalen.

Frater

Ist das lateinische Wort Bruder, stellt aber auch die Anrede für einen Ordensbruder dar.

Freikirche

Ursprünglich die Bezeichnung einer vom Staat unabhängigen Kirche. In Deutschland gibt es keine Staatskirche. Der Begriff bedarf auch heute noch einer eindeutigen Klärung, was jedoch noch nicht geschehen ist.

Friedhof

Schon früh wollten Christen „in geweihter Erde“ bestattet werden. Neben dem Begräbnis in Kirchen, das nur wohlhabenden Gesellschaftsschichtenvorbehalten war, wurde der Raum um die Kirche herum zum Bestattungsort. Heute gibt es kirchliche und kommunale Friedhöfe.

Fürbitten

Fürbitten nennt man auch das allgemeine Gebet. Sie sind ein fester liturgischer Bestandteil des Gottesdienstes. Die Gemeinde bittet abwechselnd mit dem Priester, Gott um Hilfe, dabei liegt der Schwerpunkt meist bei Bitten für Notleidende und Hilfsbedürftige.

Gebet

In jeder Situation hat der Mensch die Freiheit und Möglichkeit, vor Gott sein Leben anzusprechen. Loben und das Klagen vor Gott gehören zum Gebet. Christen orientieren sich am Gebet Jesu, der unbedingtes Vertrauen zu Gott, seinen Vater hat. Das Gebet ist keine Flucht vor dem Alltag und auch kein Alibi. Es soll das Bewusstsein für die eigene Verantwortung im Alltag schärfen.

Geistlicher

Bezeichnet den Stand der Geistlichen, der Diakone, Priester und Bischöfe. Die Aufnahme in den Klerus erfolgt mit der Diakonatsweihe. Alle übrigen Gläubigen werden als Laien bezeichnet.

Gelübde

Versprechen an Gott werden Gelübde genannt.

Gewissen

Gewissen nennt man die Fähigkeiten des Menschen, das eigene Verhalten ethisch zu beurteilen. Ein Gewissensurteil basiert auf Willensfreiheit, auf der Freiheit dem eigenen Gewissen zu gehorchen und danach zu leben.

Glaube

Bezeichnung für eine menschliche Grundhaltung, die eine übermenschliche Wesenheit als real ansieht und als über einen Stehend anerkennt.

Glaubensbekenntnis

Im Glaubensbekenntnis oder Credo werden zentrale Aussagen des christlichen Glaubens zusammengefasst. Die Kirche definiert so ihre Identität und grenzt sich von anderen Auffassungen ab. Das Glaubensbekenntnis ist auch der Ausdruck des persönlichen Glaubens.

Glocke

Seit dem 6. Jahrhundert weiß man von Kirchenglocken. Im Mittelalter hatten sie eine Wach- und Schutzfunktion. Heute haben sie die Aufgabe, die Gläubigen zu Gottesdiensten und Gebetszeiten einzuladen oder die Uhrzeit anzuschlagen.

Gloria

Bedeutet Ehre oder Lob Gottes. Im Gottesdienst heißt das kirchliche Lobgebet daher nach seinem Anfangswort Gloria. Es kann als Gemeindegebet oder -gesang gehalten werden. Es gibt das Gloria in verschiedenen Formen. Viele theologische Lehrsätze der ersten sechs Jahrhunderte haben sich hier manifestiert.

Gottesdienst

Bezeichnung für die unterschiedlichen Formen der gemeinschaftlichen Gottesverehrung in Gebet und Liturgie.

Gründonnerstag

ist die deutschsprachige Bezeichnung für den fünften Tag der Karwoche. An diesem Tag gedenken die christlichen Kirchen des letzten Abendmahles Jesu mit seinen zwölf Aposteln am Vorabend seiner Kreuzigung.

Habit

Nennt man das Gewand der Ordensleute. Die Tradition, dass jedes Mitglied eines Männer- oder Frauenordens gleiche Gewänder trägt, stammt aus dem Mittelalter. Meist sind die Farben schwarz, blau, braun oder weiß. In heutiger Zeit tragen viele Ordensleute einfache Zivilkleidung.

Halleluja

Heißt übersetzt „Preist Jahwe“ .Ein Gebetsruf, mit dem die Gemeinde. Das Christentum hat ihn aus der jüdischen Tradition übernommen. Heute ist das Halleluja als Gebet im Gottesdienst vor allem in der Osterzeit als Zwischengesang und als Gesang zum Ende des Gottesdienstes bekannt.

Handauflegung

Die Handauflegung ist eine uralte aller Religionen. Der Segnende überträgt Gottes Kraft und Beistand auf den Gesegneten, indem er seine Hand auf dessen Kopf legt. Dazu wird ein Segensgebet gesprochen. Als Segensgeste kann sie jeder Christ vollziehen.

Heilige

Bezeichnung für Verstorbene, die wegen ihres Glaubens hingerichtet worden sind oder durch ihr Leben ihren Glauben besonders bekannt hatten. Heilig wurde man im ersten Jahrtausend durch die Verehrung des Volkes. Ulrich von Augsburg ist der erste Heilige, mit dem 993 die förmliche Heiligsprechung begann.

Heilige Drei Könige

Im Matthäusevangelium wird von drei weisen Magiern berichtet, die von Osten kommend, dem neugeborenen Jesuskind Geschenke bringen. Sie würdigen ihn als zukünftigen König der Juden. Matthäus betont die Bedeutung Jesu als vorhergesagten Messias für alle Völker. Der Überlieferung nach ruhen im kostbar gestalteten Dreikönigsschrein des Kölner Domes die Gebeine der Heiligen Drei Könige. Am 6.Januar wird dieser Festtag begangen.

Heiliger Geist

Die dynamische und schöpferische Kraft Gottes wird mit Geist bezeichnet und wird dem ganzen Volk Israel verliehen. Im Christentum wird der Glaube an die Kraft Gottes in der Lehre von der Dreifaltigkeit weiterentwickelt. Der Heilige Geist wird als die 3. Person Gottes verstanden. Sie stellt die Liebe zwischen Vater und Sohn da.

Herrenfest

Der Sonntag ist als „Tag des Herrn“ der ursprüngliche und eigentliche Herrentag. Seit ihrer Anfangszeit erinnert sich die Kirche an diesem Tag, an das Leben, Leiden und die Auferstehung Jesus Christus. Pfingsten, Christi Himmelfahrt, Weihnachten und weitere Feiertage des kirchlichen Jahreskreises entwickelten sich aus der Unterscheidung des Gedächtnis vom Leben, Sterben und der Auferstehung Jesu als auch der Entwicklung seiner Kirche.

Hierarchie

Ist eine Organisationsstruktur wie auch eine Gliederung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten.

Himmel

Der Himmel ist jenseits und oberhalb der bekannten Welt. Nach heutiger Vorstellung ist der Himmel dort, wo ein Mensch unverstellt sein kann. Es ist weder ein bestimmter Ort im Jenseits, noch ein Zustand des ewigen Glücks. Weit entfernt von jeder menschlichen Realität und Teil der göttlichen Schöpfung.

Himmelspforte

„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel“, durch dieses bildhafte Wort aus dem Matthäusevangelium, hat sich das Bild von der bewachten Himmelspforte entwickelt. Hier wird jeder Mensch nach seinem Tod von Petrus auf seine guten oder schlechten Taten hin befragt. Allerdings über Ort und Art des Himmels finden wir keinerlei Aussage.

Hochzeit

Ursprünglich war dies einmal die Bezeichnung für jedes hohe Fest, dann nur noch das Fest der Eheschließung (grüne Hochzeit).

Hölle

Nach Vorstellungen vieler Religionen ist dies das Reich der Dämonen, ein Ort der Strafe und der Schatten. Wir verstehen darunter einen Ort der Gottesferne. Das Totenreich über das Luzifer herrscht.

Hosianna

Dieser Ausruf kommt aus dem hebräischen und bedeutet “Hilf doch!” Jesus wurde in Jerusalem so begrüßt. In vielen Kirchenliedern und auch in der Abendmahlliturgie wurde es aufgenommen.

Ikone

Bedeutet das Bild, gemeint ist ein Tafelbild mit der Darstellung von Jesus Christus, seiner Mutter Maria oder Heiligen in den orthodoxen Kirchen. Sie werden nach überlieferten Vorlagen auf Holz gemalt. Ikonen werden nicht zur einmaligen Betrachtung geschaffen, sondern werden als persönlicher Bildweg des Glaubens verstanden.

Inquisition

Inquisition meinte im römischen Recht ursprünglich die gerichtliche Untersuchung eines Straftathergangs. Die kirchliche Inquisition war die gefürchtete Verfolgung von Andersdenkenden. Die Kirche führte das Verhör und die rechtliche Untersuchung durch, überließ Folter und Hinrichtung aber der staatlichen Gewalt. Die Inquisition basierte auf mittelalterlichen Vorurteilen und volkstümlichen Aberglauben, daher wurde sie zu einer gefährlichen Diktatur der Rechtgläubigkeit. Jeder konnte der Ketzerei oder Hexerei beschuldigt werden. Hunderttausende unschuldiger Opfer verloren ihr Leben.

INRI

Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum –INRI ist die Abkürzung der lateinischen Inschrift, die nach Überlieferung über dem gekreuzigten Jesus am Kreuzbalken angebracht wurde. Diese Inschriften wiesen im römischen Strafrecht auf das Vergehen der Schuldigen hin. INRI heißt übersetzt: Jesus von Nazareth, König der Juden

Jahwe

JHWH ist der Eigenname Gottes in der Hebräischen Bibel. Dort bezeichnet er den Befreier und Bundespartner des Volkes Israel. Er ist für Judentum und Christentum zugleich Schöpfer, Richter und Erlöser der ganzen Welt.

Jesus

Jesus ist die Form des hebräischen Jehoschua / Josua in der Bedeutung Jahwe hilft. Jesus verwendet Christus als Ehrentitel, er ist die Entsprechung zum hebr. Messias, eine Formel der Würdigung für den von Gott Gesandten. Jesus Christus wird im Neuen Testament derjenige genannt, von dem wir Christen glauben, er sei der von Gott gesandte Erlöser der Welt, der Sohn Gottes.

Jünger

Der Begriff übersetzt das griechische Wort mathetai, das im Deutschen mit Schüler/ Lehrlinge übersetzt wird. Das NT bezeichnet die Juden, die Jesus von Nazaret zu Beginn seines Auftretens in Galiläa aufrief ihm nachzufolgen als Jünger. Aus dem Jüngerkreis erwählte Jesus die Apostel. Neben diesen, nehmen die Evangelien Bezug auf weitere Jünger, es wird von ungefähr 70 gesprochen. Nach Jesu Tod und Auferstehung repräsentierten die Jünger die frühe Glaubensgemeinschaft der Christen. Hervorzuheben ist die namentliche Erwähnung von Jüngerinnen wie Maria von Magdala und anderen Frauen. Für die damalige Zeit war dies außergewöhnlich.

Jüngstes Gericht

Es wird auch Gottesgericht, Jüngster Tag, Nacht ohne Morgen oder Weltgericht genant. Es stellt die antiken Vorstellungen dar, die auf jüdische, christliche und islamische Auffassungen von einem letzten göttlichen Gericht zurückgehen. Es ist als Gericht aller Lebenden und Toten eng mit der Idee der Auferstehung verknüpft.

Kantate

Der Sonntag Kantate (lateinisch cantate- singet) ist im Kirchenjahr der vierte Sonntag nach Ostern. Im Kirchenjahr haben die Sonntage eigene Namen. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stehen der Gesang zum Lob Gottes und die Wertschätzung der Kirchenmusik. Vielerorts wird der Sonntag Kantate als musikalisch besonders gestalteter Gottesdienst begangen. Auch in unserer Gemeinde wird dieser Sonntag besonders gestaltet.

Karfreitag

Am Karfreitag erinnert sich die Kirche an das Leiden und Sterben Jesu Christi. Dieser Feiertag wird am Freitag vor Ostern begangen. An diesem Tag wird der Karfreitagsgottesdienst gehalten, meist um 15.00 Uhr zur angenommenen Todesstunde Jesu. In der evangelischen Kirche ist der Karfreitag der höchste kirchliche Feiertag.

Kasualie

Bedeutet Amtshandlung und ist eine kirchliche Zeremonie, Handlung oder Veranstaltung, die von einem Pastor für bestimmte Einzelpersonen oder Gruppen durchgeführt wird. Der Begriff wird abgeleitet von casus -Fall, und wird in bestimmten Fällen ausgeführt. Im Besonderen sind das Taufe, Trauung, Beerdigung, Konfirmation oder Traujubiläen.

Katechismus

Leitfaden der christlichen Glaubenslehre, der der religiösen Unterweisung in Kirche, Familie und Schule dient.

Kirche

Das Wort kommt aus dem griechischen und bedeutet Versammlung des Herrn. Der Begriff steht für eine einzelne Religionsgemeinschaft, ein sakrales Bauwerk des Christentums und für die Gemeinschaft der Christen.

Kirchenjahr

Beginnt mit dem 1.Advent und endet am Ewigkeitssonntag und ist die Abfolge kirchlicher Feste wie z.B. Weihnachten, Fastenzeit, Karwoche, Ostern, und Pfingsten, die den Jahresablauf prägen. Es ist ein Versuch, die verschiedenen Themen des Glaubens und Lebens im Verlauf des Jahres zu bedenken.

Kirchenmusik

Damit bezeichnet man den musikalischen Ausdruck des christlichen Glaubens. Der Ursprung der Kirchenmusik liegt im jüdischen Synagogengottesdienst. Vermutlich wurden Psalmen anfangs von einem Priester im Wechsel mit der Gemeinde gesungen. Später übernahmen Geistliche Chöre den Part der Gemeinde. Die Mehrstimmigkeit im Choral wird zu einem Kennzeichen der christlichen Musik. Latein tritt in der Neuzeit im Kirchenlied zugunsten der Landessprache zurück.

Kirchenrecht

Darunter versteht man das von Religionsgemeinschaften selbst verfasste interne Recht. Als Konsequenz von Religionsfreiheit und der Trennung von Staat und Kirche ist in Deutschland das Recht der Religionsgemeinschaften, innere Angelegenheiten selbst zu regeln, im Grundgesetz, verankert.

Kirchensteuer

Die Kirchensteuer ist eine Spätfolge der Säkularisation. Nachdem die Kirchen und Klöster enteignet worden waren, war der Staat in der Pflicht, für den Unterhalt der Kirche zu sorgen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde durch die Einführung einer Mitgliederzwangsabgabe, der Staat von diesen Kosten enthoben.

Kirchenvorstand

Die Gemeindemitglieder bestimmen durch Wahl die Mitglieder des Kirchenvorstandes in ihrer Gemeinde. Der Kirchenvorstand verwaltet das örtliche Pfarrvermögen und ist Vorgesetzter der Angestellten.

Klausur

Kommt vom lateinischen Klause, die Zelle/ Einsiedelei. Man versteht darunter auch eine Weltabgeschiedene Behausung. Klausur bezeichnet allgemein die Einsamkeit und insbesondere im Kloster den Bereich, der nur von bestimmten Personen betreten werden darf. Klerus Benennt den Stand der Geistlichen, wie z.B. der Diakone, Priester und Bischöfe. Die Aufnahme in den Klerus erfolgt mit der ersten Weihe. Alle übrigen Gläubigen werden als Laien bezeichnet.

Kollekte

Ist die Sammlung freiwilliger Gaben im Gottesdienst zugunsten kirchlicher oder karitativer Zwecke. Die Tradition der Kollekte reicht bis in die Urkirche zurück.

Konfession

Hat seinen Ursprung im lateinischen und bedeutet Bekenntnis. Es ist der Staatskirchenrechtliche Begriff für Kirchen mit eigenem Glaubensbekenntnis und eigener Glaubenslehre; z. B. evangelisches und katholisches Bekenntnis sind verschiedene Konfessionen.

Konfirmation

Mit der Feier der Konfirmation wird der getaufte evangelische Christ als erwachsenes Mitglied der evangelischen Kirche in die Gemeinde eingeführt. Normalerweise findet die Konfirmation im Jugendalter statt. Die Jugendlichen werden intensiv durch den Konfirmandenunterricht vorbereitet. Im Konfirmationsgottesdienst geben sie ihr Konfirmationsversprechen und empfangen den Segen durch Handauflegung sowie einen biblischen Konfirmationsspruch. Sie nehmen danach zum ersten Mal am Abendmahl teil. In unserer Gemeinde findet der Abendmahlsgottesdienst bereits am Vorabend der Konfirmation statt.

Konzil

Darunter versteht man eine Zusammenkunft oder auch Synode. Es bezeichnet eine Versammlung in meist kirchlichen Angelegenheiten. Beide Begriffe werden in vielen Fällen sowohl als auch verwendet, insbesondere in der Christentumsgeschichte des ersten Jahrtausends.

Kreuzigung

Diese grausame Form der Hinrichtung wurde schon im 1. Jahrhundert v. Chr. in der römischen Provinz Palästina von den Römern angewendet. Raub, Mord, Hochverrat, Aufruhr und Majestätsbeleidigung wurden durch Kreuzigung bestraft. Nach der Geißelung musste der Verurteilte einen Querbalken zum Hinrichtungsplatz tragen und wurde meist nackt an einen Pfahl angebunden oder auch festgenagelt. Der Gekreuzigte starb einen qualvollen und langwierigen Tod. Die Leichen wurden meist bis zur Verwesung hängengelassen. Jesus wurde wegen Anstiftung zum Aufruhr ans Kreuz genagelt.

Kreuzweg

Der Weg vom Haus des Pilatus bis zum Berg Golgatha, den Jesus gehen musste, gehen Christen seit dem 16. Jahrhundert. Der Weg in Jerusalem hat den Namen Via dolorosa. In Anlehnung an diesen Weg wurden in Europa die Kreuzwege geschaffen, die den Leidensweg Jesu von der Verurteilung Jesu bis zu seinem Begräbnis nachstellen. Kreuzwege bestehen in der Regel aus 14 Stationen. Christen gehen von Station zu Station und beten. Jede Kreuzweg-Station besteht aus einem Bild oder aus Skulpturen. Der Kreuzweg endet meist mit einer Andacht in der Kirche. Kreuzzeichen Seit ungefähr dem 3. Jahrhundert ist es ein üblicher Brauch, über sich selbst, über andere und über Gegenstände das Kreuz in Form einer Handbewegung als Segensgeste nachzuzeichnen.

Kreuzzüge

Die Idee Kreuzzüge stützt sich auf die Idee vom gerechten Krieg für den katholischen Glauben gegen Andersgläubige. Im Jahr 1095 begann der erste Kreuzzug. Anfang des 15. Jahrhunderts endete die Zeit der Kreuzzüge. Kirchliche sowie auch weltliche Würdenträger riefen die Ritter Europas und ihr Gefolge zu Kreuzzügen auf. Diese Heere zogen zum Kampf gegen Muslime nach Jerusalem und Palästina. Abenteuerlust, Hoffnung auf Beute aller Art, aber auch Motive wie Rückgewinnung der heiligen christlichen Stätten aus den Händen der Muslime und die Verteidigung des Papsttums wurden als Gründe angeführt.

Krypta

Benennt das Untergeschoß in einer Kirche, besonders in romanischer Zeit. Dort befinden sich meist die Ruhestätten von wohlhabenden geistlichen und auch weltlichern Würdenträgern.

Kutte

Dieser Begriff steht für das Mönchsgewand. Kutte nennt sich die bis auf die Füße reichende, langärmlige, meist gegürtete Tunika mit Kapuze aus oft grobem Stoff.

Kyrie eleison

Kommt aus dem Griechischen mit der Bedeutung Herr, erbarme Dich und war in vorchristlicher Zeit ein Huldigungsruf für Götter und Herrscher. Mit diesem Ruf begrüßen Christen seit den Anfängen des Christentums Jesus in ihrer Mitte. Bei den Anrufungen handelt es sich nicht um Fürbitten, sondern Jesus Christus wird für seine Taten gepriesen. Meist wird auch die deutsche Entsprechung verwendet: Herr, erbarme Dich! Christus, erbarme Dich! Herr, erbarme Dich!

Küster

Kommt vom lateinischen Begriff custor/ der Wächter und ist ein kirchlicher Beruf, der im Haupt- oder Nebenamt ausgeübt wird. In manchen Gegenden, vor allem in Süddeutschland wird der Küster Mesner (lat. „Der neben der Kirche wohnt“) genannt. Männer und Frauen können ihn gleichermaßen ausüben. Ihnen obliegt unter anderem die Öffnung und Schließung des Gotteshauses, die Bereitstellung der liturgischen Gewänder und Geräte sowie die Reinigung und Schmückung der gottesdienstlichen Räume und vieles mehr

Laie

Das Wort ist griechischen Ursprungs mit der Bedeutung Volk/ zum Volke gehörig, im allgemeinen Sprachgebrauch verstehen wir darunter jemanden, der auf einem bestimmten Gebiet keine Fachkenntnisse hat. Im kirchlichen und religiösen Sprachgebrauch versteht man darunter jemanden, der nicht Geistlicher ist.

Landeskirche

Zur Zeit der Reformation entwickelten sich selbständige Kirchen in den Grenzen der jeweiligen Fürstentümer. Der jeweilige Landesfürst war bis 1918 zugleich Bischof der evangelischen Kirche. Nach heutigem Verständnis ist eine Landeskirche in Deutschland ein territorialer Zusammenschluss von Gemeinden.

Lamm Gottes

Mit Lamm Gottes ist Jesus Christus gemeint. Laut Johannesevangelium ist er das wahre Paschalamm. Dies wurde in der jüdischen Feier des Pascha (Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft) gegessen.

Laster

Der Begriff bedeutet ursprünglich „Tadel“. Als Laster bezeichnet man eine schlechte Angewohnheit, von der jemand beherrscht wird. Das Laster ist eine ethische Wertung menschlichen Verhaltens, welches als schädlich für Einzelne oder eine Gemeinschaft angesehen wird. Was als Laster angesehen wird, ist stark abhängig, von der Meinung innerhalb einer Gruppe, sowie der kulturellen und religiösen Ausrichtung der Gesellschaft.

Lektor

Man nennt den Vorleser der Schriftlesungen, der Fürbitten und anderer Gebete Lektor. Dieses Amt wird von dazu ausgebildeten Frauen und Männern ausgeübt.

Lesung

Ist die Bezeichnung für im Gottesdienst vorgetragene Lesestücke aus dem Alten Testament oder den Apostelbriefen.

Licht

Das Licht spielt seit der Frühzeit der Menschen eine besondere Rolle. Es steht für Hoffnung und das Gute, das Christentum hat aus dem Johannesevangelium den Vergleich von Jesus Christus als Licht der Welt übernommen.

Liebe

Das Christentum versteht sich als Religion der Liebe. Es bezieht sich auf die biblischen Geschichten der Zuwendung Jesu besonders zu den Armen, Benachteiligten und Suchenden. Von Jesus übernahm der christliche Glaube die Gebote sowie . Diese Gebote bilden keinen Gegensatz, denn der Nächstenliebe liegt auch die Selbstliebe zugrunde.

Liturgie

Der Begriff kommt aus dem griechischen und bedeutet Dienst am Volke und bezeichnete ursprünglich den Dienst der wohlhabenden Bürger an den Armen. Auch kultische Dienstleistungen konnten so bezeichnet werden. Der jüdische Tempeldienst, wie auch der heidnische Kult wurde als leitourgia bezeichnet. Von hier aus fand der Begriff Eingang in das Christentum. Seit dem 9. Jahrhundert ist dies die Bezeichnung für den christlichen Gottesdienst.

Liturgische Farben

Während des christlichen Kirchenjahres wechseln je nach Fest und Zeit die Farben der Gewänder und Tücher (Paramente). Der Begriff Liturgie beschreibt den Verlauf des Gottesdienstes und bedeutet im eigentlichen Sinn „öffentlicher Dienst“

  • Weiß ist die Farbe des Lichtes und die der Auferstehung
  • Rot symbolisiert die Farbe des Heiligen Geistes, des Blutes und der Liebe
  • Violett gilt als Farbe der Buße
  • Grün steht für Hoffnung und das Wachsen

Luzifer

Der Tradition nach war Lichtbringer der Name des Engels, der wegen seiner Empörung, zu Gott, in die Hölle gestürzt wurde und seitdem als Satan bekannt ist.

Maria

Der Name der Mutter Jesu. Sie empfing den Sohn vom Heiligen Geist und blieb nach der Geburt Jesu Jungfrau.

Maria Magdalena

Im Neue Testament wird von Maria aus der Stadt Magdala berichtet, die Jesus von Dämonen heilt und daraufhin seine treue Jüngerin wird. Auch der Auferstandene erscheint Maria Magdalena. Diese Gestalt vermischte sich mit der Überlieferung von der Salbung Jesu durch eine öffentlich bekannte Sünderin.

Mausoleum

Darunter versteht man einen prächtigen, monumentalen Grabbau. Der Name stammt von dem Grabmal des Königs Mausolos in Halikarnassos ab. Es war auch eines der Sieben Weltwunder der Antike.

Meditation

Nachdenken ist in allen Religionen eine verbreitete Form der Reinigung von allen störenden Einflüssen auf dem Weg zur Erlösung. In Stille und Einsamkeit versucht der Meditierende sich selbst zu finden. Atem- und Körperübungen sind Methoden der Meditation. Christliche Meditation stellt Gottesliebe, Nächstenliebe und die Selbstliebe in den Mittelpunkt ihrer spirituellen Übungen.

Mennoniten

Menno von Simons, ein ehemalige Priester gründete 1537 die Gemeinschaft der Mennoniten in Friesland. Sie verbreiteten sich schnell, hatten aber auch mit Verfolgung zu kämpfen. Ihr Glauben entspricht dem reformierten Glaubensbekenntnis. Über Hamburg, Krefeld und Neuwied wanderten sie in die USA aus, wo heute die Mehrheit dieser Glaubensgemeinschaft lebt.

Messias

Messias ist das hebräische Wort für Gesalbter Gottes. Die griechische Übersetzung lautet Christus.

Minoriten

Im Jahre 1223 durch Franz von Assisi gegründeter Orden. Eher bekannt unter dem Namen Franziskaner. Die Besonderheit des Ordens liegt in der Ablehnung von Besitz. Schwerpunkte liegen in der Seelsorge, der Mission, der Schule und der Wissenschaft. Franziskaner erkennt man an ihrer braunen Wollkutte mit Kapuze und Sandalen.

Misereor

Auf Anregung von Kardinal Frings wurde 1958 das Hilfswerk gegen Hunger und Krankheit gegründete. Es steht weltweit, für Entwicklungsarbeit in der Kirche mit dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe. Misereor soll die Gläubigen zur Einschränkung des Konsums zugunsten der Armen aufrufen. Traditionelle Misereorsammlungen finden in der Fastenzeit statt.

Mission

Bedeutet Auftrag/Sendung. Man unterscheidet zwischen äußerer Mission unter nichtchristlichen Völkern und der inneren Mission in nichtchristlichen Gebieten. Die Evangeliumsverkündigung ist ein direkter christlicher Urauftrag und beruft sich auf den so genannten Missionsbefehl Jesu.
< Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.>

Mutter Teresa

Hieß mit bürgerlichem Namen Agnes Gonxha Bojaxhiu (1910-1997) und stammte aus Albanien. 1948 gründete sie den weltweit bekannten Orden der Schwestern der Nächstenliebe in den Slums von Kalkutta. Im Mittelpunkt des Ordenslebens steht der Dienst an Sterbenden, Kranken und den Ärmsten. Mutter Teresa erhielt 1979 den Friedensnobelpreis. Sie wurde nur sechs Jahre nach ihrem Tod 2003 selig gesprochen.

Märtyrer

Menschen, die sich zu Jesus Christus bekennen und dafür sterben, nennt man Märtyrer. In der Zeit der Christenverfolgungen begann die Märtyrerverehrung. Der christliche Glaube bekam durch seine Märtyrer und ihren gewaltsamen Tod eine besondere Glaubwürdigkeit.

Mönch

Ein Mensch, der aus religiösen Gründen als Einsiedler oder in einem Kloster ein asketisches Leben führt. Dieses Leben fordert Besitz-, Ehelosigkeit und Gehorsam. Mönche gehören in der Regel Orden an

Nachfolge

Immer wieder rief Jesus Menschen dazu auf, ihm zu folgen, das bisherige Leben zu verlassen und sich ihm anzuschließen. Wir folgen ihm in seinen Fußstapfen. Dies beschreibt den Lebensweg eines Christen.

Nächstenliebe

Die Haltung eines Menschen, der aus sich heraus, sich für andere einsetzt ohne an seinen eigenen Vorteil zu denken. Nächstenliebe ist ein Gebot der Bibel.

Noahs Altar

Noah baute nach der Rettung vor der Sintflut Gott einen Altar. Er brachte Tiere als Dankopfer dar. Noah nahm Gott das Versprechen ab, die Erde und ihre Bewohner nie mehr zu vernichten. Zeichen dieses Bundes ist der Regenbogen.

Nonne

Angehörige eines weiblichen Ordens. Die Ordensfrauen werden mit Schwester angesprochen.

Offenbarung

Aus christlicher Perspektive ist es die Bereitschaft Gottes sich in Jesus Christus den Menschen mitzuteilen. Gott bleibt nicht auf Distanz, sondern ist erkennbar. Deshalb ist das Christentum eine Offenbarungsreligion. Das letzte Buch des NT nennt man auch das Buch der geheimen Offenbarung des Johannes.

Orden

Ist die Gemeinschaft von Personen, die sich einer christlichen Lebensform unterworfen haben und diese gemeinschaftlich leben. Sie legen Gelübde ab, welche Gehorsam, Keuschheit und Armut umfassen. Die verschiedenen Orden leisten einen bedeutenden Beitrag zum Kirchenleben.

Ordensritter

Es waren adlige Kreuzfahrer, die zum Schutz der Heiligen Stätten in das Heilige Land zogen. Sie schlossen sich zu Ritterorden zusammen. Ihre Aufgaben waren die Verteidigung von Jerusalem und Palästina vor den Mauren sowie die Versorgung von Kranken und Verletzten. Bekannte Kreuzritterorden waren die Templer und der Johanniterorden.

Ordination

Der Begriff steht für Weihe, Priesterweihe und Amtseinsetzung.

Orgel

Seit dem Mittelalter ist die Orgel als Kirchenmusikinstrument bekannt. Es gibt eine eigene Orgelsegnung vor dem ersten kirchlichen Gebrauch. Die Ausdrucksfähigkeit der Orgel ist besonders durch die herausragenden Orgelwerke von Johann Sebastian Bach bekannt.

Orthodox

Ist die Bezeichnung für die östlichen Kirchen. 1054 trennte sich die römische Kirche des Westens von der Orthodoxen des Ostens. Sie folgen der byzantinischen Liturgie und verstehen sich bis heute als die ursprüngliche Kirche. In der Selbstbezeichnung der orthodoxen Kirchen bedeutet orthodox mehr den rechten Lobpreis Gottes in den Gottesdiensten und nicht die rechte Lehrmeinung.

Ostern

Ist das Fest der Auferstehung Christi und wird als höchstes Fest der Christen gefeiert. Im Christentum ist dies die jährliche Gedächtnisfeier der Auferstehung Jesu Christi, der nach dem Neuen Testament als Sohn Gottes den Tod überwunden hat

Papst

Der Papst führt das Amt fort, das Jesus Christus dem Apostel Petrus verliehen hat und das an seine Nachfolger weitergegeben werden sollte. Petrus ist durch Jesus an die Spitze der Apostel gestellt worden. Der Papst steht an der Spitze der römisch -katholischen Kirche.

Paradies

Im persischen bedeutet dies der königliche Garten. Nach griechischer Übersetzung im AT wird der Garten Eden so genannt. Zu Beginn der Schöpfung wurde dieser Garten mit seinen Tieren und Pflanzen von Gott für den Menschen geschaffen. Dies Bild des Paradieses lieferte ein Gegenmodell für die Erfahrungen von Vergänglichkeit und Zerstörung der realen Welt.

Passion

In der Passionszeit, besonders in der Karwoche, wird in Andachten und Gottesdiensten über das Leiden und Sterben Jesu und über die Bedeutung für unser heutiges Leben nachgedacht.

Passionssonntag

Vorletzter Sonntag vor Ostern. Er hat seinen Namen von dem Leiden Christi, dessen Endphase am nächsten Sonntag, dem Palmsonntag, mit dem Einzug in Jerusalem beginnt.

Pastor

Ist die Bezeichnung für Geistliche im Dienst der Kirchengemeinde. Es hat lateinischen Ursprung und bedeutet Hirte. In der evangelischen und seltener in der katholischen Kirche ist die Bezeichnung Pastor ein Titel für den Pfarrer.

Pater

Ist die lateinische Übersetzung für Vater. Es sind Ordensgeistliche die die Priesterweihe empfangen haben.

Patriarch

Darunter versteht man umgangssprachlich einen Menschen, der sich als Alleinherrscher über seine Familie stellt, die Herrschaft des Vaters. Es ist aber auch der Name der orthodoxen Bischöfe und auch die Erzväter Abraham, Jakob und Issak werden so genannt. Paramente Das Wort ist lateinischen Ursprungs und bedeutet den Tisch bereiten. Die verwendeten Textilien die im Kirchenraum und in der Liturgie verwendet werden tragen diesen Namen. Oftmals sind sie künstlerisch aufwendig gestaltet.

Pfingsten

Das Pfingstfest wird 50 Tage nach Ostern gefeiert. Gefeiert wird die Entsendung des Heiligen Geistes. In der Apostelgeschichte wird erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel herabkam, als sie sich zum Pfingstfest in Jerusalem versammelten. Dieses Datum wird in der christlichen Tradition auch als Geburtstag der Kirche verstanden. Das Pfingstfest selber entwickelte sich aus dem Erntedankfest des jüdischen Festjahres, dem Wochenfest. Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt.

Pfründe

Mit der Ausbreitung des Christentums wurden den Geistlichen zum Lebensunterhalt eine Pfründe verliehen. Meist war dies der Kirchenzehnt, dass heißt der 10. Teil einer Ernte. Es konnte auch ein verliehenes Gut (Bauernhof) oder ein Recht (Fischereirecht) sein, dessen Ertrag dem Geistlichen zur Verfügung stand.

Pietà

Darstellung des toten Jesus auf dem Schoß seiner Mutter Maria nennt man Pietà. Der Begriff kommt vom lateinischen fromm, milde. Es stellt den Moment zwischen Kreuzabnahme und Grablegung dar. Im NT wird diese Situation nicht erwähnt. Meistens wurden Figurengruppe aus Holz oder Stein gefertigt und standen als Andachtsfigur in der Kirche.

Pontifex

Brückenbauer ist seit 445 n. Christus ein Titel des Papstes wird aber seltener benutzt.

Pope

Griechischer Name für Vater und ist die Bezeichnung für den Priester einer orthodoxen Kirche.

Prior

Vertreter des Abts in einem Kloster, und auch sonst Oberer des Klosters.

Propheten

Öffentlicher Künder lautet die Übersetzung aus dem griechischen und wird im hebräischen Wort für „Rufender“ übersetzt. Gemeint ist eine Person, die Gottes Wort hört und der dies weitergibt an seine Umgebung. Im AT gibt es eigene Bücher der so genannten großen und kleinen Propheten. Das NT stellt die Prophetengabe als besonderes Zeichen des anbrechenden Gottesreiches heraus.

Protestanten

Eine allgemeine Bezeichnung aller Mitglieder der Kirchen, die sich in der Reformation von der römischen Kirche getrennt haben. 1529 auf dem Reichstag zu Speyer protestierten die evangelischen Landesherren gegen die Befolgung des Wormser Edikts, welches die Reformation und ihre Kirchen ächtete.

Protestantismus

Bezeichnet die Gesamtheit aller aus der Reformation entstandenen Gruppen, die sich gegen den Katholismus wandte. Ursprünglich setzte man sich für das Evangelium ein und gegen seine Vergesetzlichung. Später entwickelte sich daraus der Protest gegen die Kirche als Institution und gegen das Staatskirchentum. In der protestantischen Lehre steht zentral der durch Gottes Gnade allein geschenkte Glaube durch die persönliche Begegnung mit Jesus Christus im Wort Gottes.

Präses

Der geistliche Vorstand einer kirchlichen Vereinigung, gelegentlich aber auch die Bezeichnung eines geistlichen Beistandes in einem weltlichen Verein. Das Wort ist lateinischen Ursprungs und bedeutet vorsitzend.

Psalmen

Die Psalmen sind ein Buch der Bibel. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von 150 Gebeten, Liedern und Gedichten. Auch heute noch werden Psalmen von Juden und Christen gebetet. Schriftstellern und Musikern war und ist er eine Quelle für Inspiration. Psalmennachdichtungen / Vertonungen von Psalmen hat es durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder gegeben. Es gibt weitere Psalmen, die in den Höhlen bei Qumran gefunden wurden

Qumran

Khirbet Qumran, bedeutet im arabischen die graue Ruine, meist nur Qumran genannt, ist der Name einer antiken, Ruinensiedlung nahe dem Nordwestufer des Toten Meeres. Der Platz war seit etwa 800 v. Chr. zeitweise besiedelt. Seit den Funden der Schriftrollen vom Toten Meer in elf Felshöhlen der näheren Umgebung (1947-1956) wurden die Ruinen von 1951 bis 1958 vollständig freigelegt. Dabei wurden Münzen aus verschiedenen Epochen, Keramiken, verschiedene Werkzeuge und Alltagsgegenstände sowie Skelette gefunden. Deutung der Funde und ihr möglicher Zusammenhang mit den Schriften sind stark umstritten

Rabbi

Ist ein anderer Name für Herr/Meister mit dem auch Jesus öfters angesprochen wurde. Im Judentum sprach man Schriftgelehrte mit diesem Titel an.

Rechtfertigung

Der Mensch ist durch den Glauben an Jesus Christus von der Sünde und vom Tod befreit. Mit Rechtfertigung wird das Vergeben Gottes am sündigen Menschen bezeichnet. Paulus wollte den nichtjüdischen Christen einen Weg zum Christ sein eröffnen, ohne die jüdischen Gesetze befolgen zu müssen. Die Reformation wendete sich wegen der paulineschen Rechtfertigungslehre gegen die damalige katholische Kirche. Diese vertrat die Lehre nur mit bestimmten Verdiensten die Gnade Gottes zu erlangen. Die Rechtfertigung vor Gott steht somit im Vordergrund des evangelischen Glaubens.

Reformation

Martin Luther und etliche andere Theologen – hatten den Wunsch, in der Kirche Veränderungen oder Reformen einzuführen. Sie wollten der Heiligen Schrift für Kirche, Theologie und Glaubensleben viel mehr Gewicht geben als im 16. Jahrhundert üblich. Die Vorschläge bezogen sich auf Praktiken der Buße(Ablass). Martin Luther hat als Reformvorschlag beinah 100 Thesen gegen den Ablass veröffentlicht (1517). Doch die Vorschläge von Luther, Melanchthon und Zwingli führten zu langjährigen, heftigen Streitereien ohne Kompromiss. Politische Umstände distanzierten Traditionelle und Reformer zusätzlich. Die Reformergruppe wollte sich aus theologischen Gründen nicht mehr der katholischen Kirche zuordnen. Sie verfasste 1530 ihre Bekenntnisschrift „Confessio Augustana“. Die katholische Kirche bezog sehr deutliche Grenzen und führte ein Reformkonzil (Triester Konzil, 1545-1563) durch. Aufgrund des damaligen Gegen- und späteren Nebeneinanders wird bis heute von zwei Konfessionen gesprochen.

Reformiert

Das Wort bedeutet erneuert. Die reformierten Kirchen entstanden im 16. Jahrhundert. Ihre Gründer wollten die ganze Kirche von Grund auf erneuern und ursprünglich keine eigene Kirche ins Leben rufen. Im Mittelpunkt des reformierten Bekenntnisses steht die Überzeugung, dass die Kirche immer nach Gottes Wort erneuert ist und einer Erneuerung bedarf. Der Predigtgottesdienst ersetzt die Messe. Die ganze Gemeinde erhält das Abendmahl in Brot und Wein. Ebenfalls wird das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen hochgeschätzt. Die amerikanische Verfassung ist wesentlich durch das reformierte Ethos geprägt. Heute bestehen weltweit etwa 700 reformierte Kirchen.

Reformierte Kirche

Die Kirchen, die dem erneuerten Glauben folgen, nennt man reformierte Kirchen. Martin Luther, Johannes Calvin und Ulrich Zwingli sind ihre wichtigsten Gründer.

Religion

Es kann sowohl die Rückbindung und Hinordnung zu Gott, die Begegnung als auch die richtige Beobachtung des Kultes bedeuten. Aus religiösen Überzeugungen entsteht ein System von Handlungsrichtlinien und Glaubensvorstellungen, die das menschliche Leben ordnen sollen. Der Begriff ist unscharf und schwer abgrenzbar. Die großen Weltreligionen sind Buddhismus, Hinduismus, Islam, Judentum und Christentum. Auch die Stammes- und Naturreligionen gehören dazu.

Reliquie

Körperliche Überreste von Heiligen, aber auch von Gegenständen, die mit ihnen in Berührung gekommen sind.

Revelation

Ist das lateinische Wort für Offenbarung. Offenbarung bedeutet die göttliche Freiheit, in der Gott sich selbst den Menschen in Jesus mitteilt. Wir Menschen sind frei, dieses anzunehmen oder auch abzulehnen.

Ritterorden

Entstanden in der Zeit der Kreuzzüge, als Orden beispielsweise Johanniter/Malteser-, oder Templerorden. Neben den Mönchsgelübden legten sie ein Gelöbnis ab, den Glauben zu verteidigen und Kranken und Pilgern zur Seite zustehen. Eintreten für den Glauben und Sorge für Notleidende Menschen durch karitative Dienste prägen heute noch das Erscheinungsbild. Sie werden von Groß-, und Hochmeistern geleitet.

Rosenkranz

Es gibt Gebete, die an Zählketten verrichtet werden in vielen Religionen. Der Rosenkranz ist inspiriert durch Gebetsketten aus dem Orient. In der orthodoxen Kirche hat der Rosenkranz eine lange Tradition. Der lutherische Christusrosenkranz ist in Anlehnung an das katholische Rosenkranzgebet entstanden, auch im Islam, im Buddhismus und Hinduismusfinden wir Zählketten. Die Perlen des Glaubens, sind eine recht junge, an griechische Komboloi angelehnte Gebets- und Andachtskette.

Römisch-katholische Kirche

In Folge der Reformation entstand der Begriff zur einfacheren Unterscheidung der gespaltenen christlichen Bekenntnisse. Gemeint ist die katholische Kirche, die den obersten Vorsitz des Papstes und somit die Leitung der Kirche anerkennt, dem Nachfolger des in Rom begrabenen Petrus. In Deutschland ist die Bezeichnung katholisch namensrechtlich geschützt und darf als Bezeichnung nur für Einrichtungen und Veranstaltungen der römisch- katholischen Kirche benutzt werden. Nach Auffassung der katholischen Kirche gibt es nur eine katholische, das heißt universelle Kirche Jesu Christi. In ihr selbst ist diese eine Kirche auf so einzigartige Weise verwirklicht, dass es keine andere Kirche geben kann. Dies widerspricht dem Selbstverständnis einer ganzen Reihe von anderen Kirchen.

Sabbat

Hat im deutschen die Bedeutung Ruhetag/ Ruhepause. Im Judentum ist es der siebte Wochentag, ein Ruhetag, an dem keine Arbeit verrichtet werden soll. Er beginnt am Abend und dauert von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Eintritt der Dunkelheit am folgenden Samstagabend. Im Christentum hat der Sonntag, im Islam das Freitagsgebet den Sabbat abgelöst.

Sakrament

Bezeichnet einen Ritus, der als sichtbares Zeichen oder als sichtbare Handlung eine unsichtbare Wirklichkeit Gottes bewirkt. Nach lutherischer Auffassung sind die Sakramente Zeichen und Zeugnis göttlichen Willens, durch die der Glaube geweckt und auch gestärkt wird. Sakramente sind Taufe, Abendmahl und Beichte.

Sakristei

Nebenraum einer Kirche, der zur Aufbewahrung der liturgischen Geräte und Gewänder und zum Ankleiden der Priester dient.

Satanismus

Ein in den letzten Jahrzehnten immer wieder in die Öffentlichkeit geratenes Phänomen. Dahinter verbergen sich Praktiken, in deren Mittelpunkt die Anbetung und Identifikation mit dem Teufel als negativer Macht stehen. Mit magischen Riten glauben Satanisten, Kontakt zu Satan herstellen zu können. Vor allem offene und verdrängte Ängste und Konflikte sind Faktoren, die beim Satanismus mitspielen. Hilfen für die Aufarbeitung von solchen Erfahrungen bietet die Kirche durch eigene Sektenbeauftragte.

Schöpfung

Es ist ein theologischer und kein naturwissenschaftlicher Begriff. Gott hat die Welt aus sich heraus geschaffen. Er bildete sie aus dem Nichts und gab ihr seine Lebenskraft. Das AT stellt in den Schöpfungsberichten den Glauben an die Entstehung der Welt mit ihren Geschöpfen dar. Die Welt als Schöpfung wird von Gott den Menschen anvertraut, die sich an ihr freuen und für ihre Entwicklung Verantwortung tragen.

Seele

Die Seele des Menschen macht ihn zur Person. Sie begründet die menschliche Einzigartigkeit und gilt als nicht teilbar, nicht zerstörbar und unsterblich. In der christlichen Überlieferung stellen Seele und Leib eine Einheit dar.

Segen

Eine liturgische Geste mit oder ohne begleitende Worte, die Gottes Heil auf den Gesegneten herab ruft. Man kann von anderen gesegnet werden, aber auch sich selber segnen, beispielsweise durch das Kreuzzeichen. Gottesdienste werden mit einem Segensspruch beendet.

Segnung

Eine Segnung ist das Zusprechen göttlicher Kraft durch Gebete und Gesten. Im Prinzip kann alles gesegnet werden, was in Übereinstimmung mit dem christlichen Glauben steht. Auch kann jeder Christ segnen. Eine Ausnahme ist die Segnung, die mit einer Beauftragung zu einem bestimmten Amt einhergeht.

Sekten

Durch Abspaltung von der Mutterkirche, wegen einer abweichenden Glaubensvorstellung, entsteht eine Sekte. Sie wird in Deutschland nicht als eigene religiöse Gruppierung anerkannt. Oft zeichnen sich Sekten durch rigorose Glaubensvorstellungen und eine strenge Disziplin in der Gruppe aus.

Sonntag

Schon im frühen Christentum wird der erste Tag der Woche als Tag des Herrn in Erinnerung an den Ostersonntag gefeiert. An diesem Tag wird nicht gefastet und keine Totenfeiern abgehalten. Am Sonntag soll möglichst nicht gearbeitet werden.

Soutane

Bis ins Mittelalter trugen Geistliche weltliche Kleidungsstücke. Danach fand die vorne zugeknöpfte schwarze knöchellange Soutane Einzug in die klerikale Kleidung.

Sprengel

Ältere Bezeichnung für den Amtsbezirk eines Geistlichen. Sprengel gibt es in Evangelischen Kirchen, die so groß sind, dass bestimmte bischöfliche Aufgaben an Regionalbischöfe delegiert werden müssen, die dabei folgende Dienstbezeichnungen tragen: Landessuperintendent, Generalsuperintendent, Propst, Prälat. Zum jeweiligen Sprengel gehören Kirchenkreise und Kirchengemeinden, die im Wirkungsbereich des Regionalbischofs liegen. Ein Sprengel ist mit einem Regierungsbezirk in der allgemeinen Verwaltung vergleichbar. In zahlreichen Kirchen wird anstelle des Wortes Sprengel die Bezeichnung Kirchenkreis, Prälatur oder Propstei verwendet.

Sterben

Ist Vorbereitung und Zugang zum eigenen Tod. Christliches Sterben geschieht in der Hoffnung auf den lebendigen Gott, der Jesus von den Toten auferweckt hat. Die christlichen Kirchen setzen sich für ein menschenwürdiges Sterben und Sterbebeistand ein.

Stola

Bezeichnung eines Stoffbandes, das allein Bischöfen, Priestern und Diakonen vorbehalten ist und während liturgischer Handlungen getragen wird. Ursprüngliches Zeichen römischer Staatsbeamter. Nach 325 n.Chr. wurde sie als Amtszeichen in der Kirche übernommen. Die Stola gibt es in verschiedenen liturgischen Farben und mit unterschiedlichen religiösen Symbolen. Sie wird über liturgischen Gewändern auf der Schulter getragen.

Superintendent

Den leitenden Pastor eines kirchlichen Bezirks in den deutschen evangelischen Landeskirchen nennt man Superintendent. Neben dem eigenen Pfarramt ist das Amt mit Leitungs-, Verwaltungs-, Koordinations- und Repräsentationsaufgaben verbunden.

Sünde

Man versteht darunter die Weigerung des Menschen, Gottes Willen zu erfüllen und stellt deshalb eine Missachtung Gottes dar.

Synode

Nennt man die Zusammenkunft kirchlicher Amtsträger zur Erörterung von Fragen des Glaubens und der Kirche. In den Evangelischen Kirchen werden die altkirchlichen Versammlungen als Konzilien und die heutigen regelmäßigen jährlichen oder halbjährlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.

Säkularisierung

Geschieht dann, wenn sich Staaten kirchliches Vermögen gegen den Willen der Kirche aneignen. In Deutschland geschah eine Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Preußen musste rheinische Gebiete an Frankreich abtreten und wurde dafür entschädigt, indem es neuer Eigentümer kirchlichen Besitzes wurde. Betroffen waren Grundstücke, Kirchenschätze, Gebäude wie Klöster und Stifte. In Frankreich zog der Staat 1789 alle Kirchengüter ein. Man spricht von Säkularisierung, wenn Glauben, Spiritualität und Geistliches verweltlicht werden.

Talar

Der Talar ist ein knöchellanges Gewand der Geistlichen entstanden aus der antiken Kleidung. Er wird unter den liturgischen Gewändern getragen. Normalerweise ist er schwarz.

Taufbecken

Ursprünglich wurde in fließendem oder stehendem Gewässer durch Untertauchen getauft, aber mit der Zeit entstanden eigene Taufräume. Das Taufbecken bekam mit der Einführung der Taufe durch Übergießen, seine Funktion.

Taufe

Mit der Taufe wird der Täufling in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Sie wird über dem Taufbecken durch das Übergießen von Wasser ausgeführt.

Taufpate

Taufpaten sollen Eltern bei der religiösen Erziehung ihres Patenkindes unterstützen und im Todesfall der Eltern alleinverantwortlich handeln.

Temporalien

Zeitliche oder auch weltliche Güter; der irdischer Besitz der Kirche.

Teufel

Wird auch als das personifizierte Böse bezeichnet. Nach kirchlicher Überlieferung stellt er einen von Gott abgefallenem Engel dar. Die Rede vom Teufel hat verschiedene Wurzeln, die auch außerhalb des Christentums liegen.

Theologie

Es bedeutet übertragen „die Lehre von Gott“ oder Göttern im Allgemeinen, und im Besonderen die Lehre vom Inhalt des Glaubens und den Glaubensdokumenten.

95 Thesen

Wurden von Martin Luther geschrieben. Hierin trat er gegen Missbräuche beim Ablass und besonders gegen den geschäftsmäßigen Handel mit Ablassbriefen auf. Sie wurden im Oktober 1517 als Beifügung an einen Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg, Albrecht von Brandenburg das erste Mal in Umlauf gebracht. Aufgrund der ausbleibenden Stellungnahme, gab Luther die Thesen an einige Bekannte weiter. Kurze Zeit später wurden diese ohne sein Wissen veröffentlicht und damit zum Gegenstand einer öffentlichen Diskussion im gesamten Reich.

Tod

Der Tod ist das Ende des biologischen Lebens. Er trifft den ganzen Menschen und ist unumkehrbar. Der christliche Umgang mit dem Tod ist nachhaltig vom Glauben an die Auferstehung Jesu Christi geprägt. Wenn der Mensch nach dem Tod in anderer Daseinsform weiterlebt, ist der Tod der Übergang zum Leben bei Gott.

Trinität

Dreifaltigkeit oder Dreieinigkeit bezeichnet in der christlichen Theologie die Wesenseinheit von Gott Vater, Gott Sohn (Jesus Christus) und Gott Heiliger Geist. Sie werden als drei Personen, aber nicht als drei Substanzen aufgefasst. Von fast allen christlichen Glaubensgemeinschaften wird eine Dreieinigkeit mit unterschiedlichen Akzenten vertreten.

Typologie

Ist die Lehre von der Übereinstimmung des Alten und Neuen Testaments. Danach sind die Ereignisse des Alten Testaments prophetische Hinweise auf das Neue Testament.

Vakanz

Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet offen stehen. Es bezeichnet die Abwesenheit oder bezieht sich auf die Zeit zwischen Tod, Ruhestand eines Amtsträgers und der Einsetzung eines Nachfolgers.

Vaterunser

Ist das Gebet, das Jesus seinen Jüngern mit auf den Weg gab. Jesus spricht Gott mit dem vertraulichen Abba an und ermutigt seine Jünger ebenfalls dazu. Das Vaterunser spielt seit jeher eine zentrale Rolle als Gemeindegebet. Es wird während des Gottesdienstes von der ganzen Gemeinde gesprochen.

Vatikan

In römischer Zeit bezeichnete man als Vatikan ein Gebiet auf der anderen Seite des Tibers, auf dem Hinrichtungen stattfanden und begraben wurde. Der Tradition nach wurde hier auch der Apostel Petrus hingerichtet, es entstand eine Gedenkstätte, die zur Kirche Sankt Peter wurde. 1278 erbaute Papst Nikolaus III. eine päpstliche Residenz bei der Kirche St. Peter.

Vergebung

Ist ein Schlüsselbegriff des Christentums und zählt zu den menschlichen Tugenden. Eine offizielle Art und Weise der Vergebung ist die Begnadigung. Ein verwandter Begriff ist Versöhnung. In vielen Religionen spielt Vergebung eine wesentliche Rolle. Die Bereitschaft zur Vergebung unter den Menschen wird als Weg zur Konfliktbeendung angesehen. Im Christentum wird die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen und auch zwischen Menschen untereinander hervorgehoben. Dem NT zufolge hat sich Jesus Christus geopfert, um die Sünden der Welt auf sich zu nehmen.

Vikar

Ist die Bezeichnung eines Theologen, der nach Abschluss seines Theologiestudiums in der kirchlichen Ausbildung steht.

Wallfahrten

Wallfahrt bezeichnet die Wanderung der Christen zu bestimmten Stätten des Glaubens. Ursprünglich wallfahrte man zu Orten, wo Jesus gelebt und gestorben war. Später auch zu Gräbern von Heiligen oder zu Stätten besonderer religiöser Erfahrungen. Dort wurde meist eine Wallfahrtskirche erbaut. Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela erfreut sich heute immer mehr eines wachsenden Interesses.

Weihe

Durch die Weihe wird eine Person oder eine Sache, z.B. ein Gebäude, aus dem Alltäglichen hervorgehoben und zu einem besonderen Dienst Gottes bestimmt. Durch Gebete und Zeichen (z.B. Handauflegung) wird eine Weihe vollzogen. Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich bestimmte Zeremonien heraus.

Weihnachten

Das Fest der Geburt Christi am 25. Dezember.

Weihrauch

Ein aus Sträuchern gewonnenes Gummiharz, das beim Erhitzen auf glühenden Kohlen einen aromatischen Duft entwickelt.

Wunder

Darunter versteht man umgangssprachlich ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen auslöst. Es bezeichnet demnach etwas Außergewöhnliches. Im engeren versteht man darunter ein Ereignis, das menschlicher Vernunft und den Gesetzen von Natur und Geschichte scheinbar oder wirklich widerspricht. Die heutige Vorstellung von einem Wunder als übernatürlich entstand erst in der Neuzeit. Sie setzt Wissen um die Existenz von Naturgesetzen voraus, denn für Menschen in Antike und Mittelalter waren bereits Blitz und Donner unerklärlich. Die Grenze zwischen Möglichem und Unmöglichem war viel durchlässiger.

Ysop

Ein Strauch der an Klippen und Felsen zu finden ist. Büschel des Ysopstrauches wurden zu Reinigungszeremonien verwendet. Jesus wird während der Kreuzigung ein Schwamm, befestigt an einem Ysoprohr, gereicht.

Zehn Gebote

Die Zehn Gebote sind Verhaltensregeln aus dem Alten Testament. Die Verhaltensregeln weisen an, keine fremden Götter zu verehren, keine Bilder Gottes herzustellen, Gottes Namen nicht bei Betrügereien zu gebrauchen, einen Ruhetag (den Sabbat) einzuhalten, seine Eltern zu ehren, niemanden zu töten, die Ehe eines anderen Paares nicht zu stören bzw. zu brechen, keinen Diebstahl zu begehen, in Gerichts Angelegenheiten keine Falschaussage zu machen, nicht die Frau eines anderen Mannes für sich haben zu wollen und sich nicht das lebensnotwendige Eigentum anderer anzueignen.

Zölibat

Umgangssprachlich auch das Zölibat kommt vom lateinischen caelebs allein, unvermählt lebend. Es bezeichnet das Versprechen eines Priesters, für das weitere Leben die Verpflichtung zur Ehelosigkeit zu übernehmen. Viele Weltreligionen kennen das Zölibat. Es ist im Laufe der Jahrhunderte zunehmend umstritten und wird in der heutigen Zeit immer mehr in Frage gestellt.