Das Kirchenjahr

Trinitatis

Weihnachts- und Adventszeit

Der Begriff Advent kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: Ankunft. In den Wochen der Adventszeit warten wir auf die Ankunft des Jesuskindes, auf die Geburt Gottes auf dieser Erde. Wie sich alle Menschen auf den Geburtstag eines Kindes, zu dem / ggf. zu dessen Eltern sie eine Beziehung haben, vorbereiten, so bereiten sich Christen auf das Fest der Geburt, der Geburtstag Christi vor. Nicht zufällig haben wir mittlerweile die Tradition, an jedem Adventssonntag eine Kerze mehr zu entzünden. An jedem Sonntag wird es in diesen kalten und dunklen Wochen ein klein wenig heller. Licht strahlt nach der „traurigen Zeit“ des Kirchenjahresendes in unser Leben hinein. Es ist das Licht des Menschen, der am Heiligen Abend geboren wurde. Das Licht des Menschen, der durch seine Auferstehung nach dem Tode das Licht der Ewigkeit aufleuchten lässt, in unseren Herzen, in unserer Hoffnung. Gott kommt! Der Wochenspruch des ersten Advents macht das deutlich: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“ Auf seine Ankunft weist die Adventszeit hin.

Weihnachtszeit

Weihnachten, das ist die geweihte Nacht der Ankunft des Königs. Das ist das Fest der Geburt des Sohnes Gottes. Da kommt Gott, eigentlich unfassbar, als Mensch auf die Erde. Da wird Gott, eigentlich unfassbar, in Armut und Flucht hinein geboren, der Höchste in die größte Niedrigkeit hinein. Aber gleichzeitig: so ist er, Gott, er will in die Bereiche unseres Lebens hinein, um die uns keiner beneidet, von denen wir wünschten, dass sie nicht zu uns gehören. Gott schenkt seinen Sohn Jesus Christus hinein in unsere Dunkelheiten und Probleme – und mit ihm das Licht der Auferstehung und des Lebens! Gott wird fassbar, anfassbar, für die, die ihn erleben, damals wie heute!

Das Wort wurde Mensch und lebte unter uns. Wir selbst haben seine göttliche Herrlichkeit gesehen.“ Dieses Geschenk ist Tatsache, seit 2000 Jahren. Dieses Geschenk hat dazu geführt, dass wir einander beschenken, ein kleiner Abglanz dessen, was sein Ursprung war: Weinachten, das Geschenk der Nähe Gottes zu uns, zu jedem Menschen!

Epiphaniaszeit

Die Epiphanias-Sonntage betonen in besonderer Weise, dass in Jesus, dem Menschen, der Sohn Gottes, der König gekommen ist. Gott ist beides, sowohl Kind und Mensch als auch König und Herrscher. Das spiegelt sich auch in dem Lied Nr. 66 im Gesangbuch wieder: „Jesus ist kommen, der König der Ehren.“ Er hat die Macht, das / mein Leben zu verändern. Diesem Herrscher darf ich mich anvertrauen.

Sonntag vor der Passionszeit

 

Passionszeit

Die Passionszeit erinnert an die Leidenszeit Jesu. Sein Tod wird beschlossen, er setzt das Abendmahl ein, wird verraten von Judas, vor Gericht gestellt, verurteilt und stirbt schließlich am Kreuz. Wir erinnern uns an das Leiden des Menschen und Sohnes Gottes Jesus Christus.

In Erinnerung geblieben ist davon vor allem das mit dieser Zeit verbundene Fasten. Aber es hat sich gewandelt. Fasten, der Verzicht, begegnet uns, wenn wir in diesen Wochen auf Süßes oder Alkohol oder ähnliches verzichten. Hintergrund ist, dass wir uns unseres Lebens bewusster werden, bewusster wahrnehmen, was dazu gehört, was wichtig ist, was nicht. Auf was kann ich verzichten, ohne dass mein Leben in Frage gestellt ist. Was stellt mein Leben in Frage? Was oder wer hält mein Leben? Wo habe ich festen Halt, auch in den Stürmen und Leidenszeiten des Lebens?

Gründonnerstag

Diese Zeit endet mit der Einsetzung des Abendmahls an unserem Gründonnerstag. Wir erinnern uns daran, wie Jesus am Tag vor seiner Kreuzigung den Jüngern das Abendmahl erklärte und es mit ihnen feierte. – Das Wort Grün hat vermutlich nichts mit der Farbe zu tun, sondern kommt von dem Wort greinen (weinen). Die, die sich Gott wieder zuwenden, können das, was sie belastet hat, hinter sich lassen. Sie sind zum Abendmahl eingeladen und in der Gemeinschaft Gottes willkommen.

Karfreitag

Am Karfreitag dann kam es zur Kreuzigung Jesu auf Golgatha. Die Silbe Kar hat seinen Ursprung im Wort karen, ein altdeutsches Wort für wehklagen. Auf Jesu Weg hinauf zum Hügel Golgatha gab es viele, die ihn verlachten und beschimpften. Aber die, die zu ihm eine Beziehung hatten, wehklagten, weinten und trauerten über das, was kommen sollte und kam: die Kreuzigung. Dieser Tag hat eine besondere Stellung in unserem Kirchenjahr. Aber er ist nicht der Endpunkt des Geschehens, sondern lediglich die wichtigste Station auf einem Weg, der über den Tod hinaus geht.

Ostern

Jesus stirbt am Kreuz. Aber – im Grunde bis heute unbegreiflich – am dritten Tage, Ostern, überwindet er den Tod, er bleibt nicht im Grab, sondern er kehrt in das Leben zurück, in das ewige Leben. Damit ist der Tod nicht mehr das Letzte.